Saubere Luft dank dem Schweizer Strommix

Die wenigsten Länder verfügen heute über einen so klimafreundlichen Strommix wie die Schweiz. Der sofortige Ausstieg aus der Kernenergie gefährdet diese Spitzenposition. Emotionen, Ideologien und Vorurteile verhindern eine ehrliche Debatte um eine sinnvolle und klimafreundliche Schweizer Stromversorgung und die Reduktion von fossilen Brennstoffen.

Umweltschutz ist wichtig, Klimaziele sollen erreicht, Biodiversität muss bewahrt, nachhaltige Energien sollen gefördert und der ökologische Fussabdruck reduziert werden: In vielem ist sich der Grossteil der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik einig. Schliesslich wollen wir den kommenden Generationen eine intakte Welt hinterlassen. Wenn es jedoch darum geht, wie das erreicht wird, werden leider oft Emotionen, Ideologien und Vorurteile höher gewichtet als verifizierte wissenschaftliche Zahlen, Daten und Fakten. Hier will Energy for Humanity gegensteuern und eine ehrliche und ideologiefreie Debatte über die Schweizer und weltweite Energiestrategie fördern – wie es der leider kürzlich verstorbene David MacKay, Professor für Ingenieurwissenschaften in Cambridge, vorgemacht hat. In seinem beeindruckenden Buch «Sustainable Energy– without the hot air» (frei im Internet erhältlich, auch auf Deutsch) hat er verschiedene Szenarien für die Energieerzeugung Englands entwickelt und mit Zahlen und Konsequenzen für das Klima untermauert.

Klimaziele vor allem durch saubere Stromproduktion erreichbar
Das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), der Weltklimarat der Vereinten Nationen, hält fest, dass schlechte Luftqualität das viertgrösste Gesundheitsrisiko ist und dasss deshalb jährlich 6,5 Millionen Menschen vorzeitig sterben. Ausserdem braucht es grosse Anstrengungen, um die Ziele der Pariser Klimakonferenz zu erreichen. Besonders wichtig ist dabei die Stromproduktion mittels sauberen Energiequellen. Gemäss dem IPCC werden 25% der klimaschädlichen Emissionen weltweit durch die Produktion von Strom und Wärme ausgestossen, d.h. durch Verbrennung von Kohle, Gas oder Erdöl. Die Reduktion von fossilen Brennstoffen ist deshalb ein entscheidender Schritt im Kampf gegen den Klimawandel.

Auch die Nahrungsmittelproduktion, das weltweite Bevölkerungswachstum und unser Mobilitätsverhalten beeinflussen ebenfalls den CO2-Ausstoss. Hier etwas zu ändern ist jedoch schwieriger. Fossile Brennstoffe können jedoch gut durch sauberen Strom ersetzt werden. Und in der Schweiz haben wir sauberen Strom. Vor dem Hintergrund der grossen Herausforderung des Klimawandels sollten wir uns keiner Option verschliessen und uns nicht zu ideologischen oder unüberlegten Schnellschüssen wie der Atomausstiegsinitiative verleiten lassen.

Die sofortige Abschaltung von Kernkraftwerken hätte stark negative Konsequenzen für die Schweizer Klimapolitik
Für die Schweiz hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2015 in einer Studie einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen der Treibhausgasemissionen gegeben. Verschiedene politische Grossprojekte (z.B. Kraftwerkspark, Gebäudestandards, Mobilitätsstrategie) beeinflussen die Entwicklung. Die Studie zeigt die Konsequenzen verschiedener Optionen in drei Szenarien. Im schlechtesten Szenario beträgt die Abnahme der Treibhausgasemissionen im Jahr 2050 rund 15% gegenüber 1990, im mittleren Szenario sind es etwas mehr als 40% und im besten Szenario, wo von einer international koordinierten Klimapolitik ausgegangen wird, beinahe 70%.

Beim mittleren und schlechtesten Szenario fallen gemäss BAFU vor allem die Emissionen von neuen Schweizer Gaskombikraftwerken stark ins Gewicht. Die Art der Stromerzeugung hat einen grossen Einfluss auf die Treibhausgasemissionen. Ein sofortiger Ausstieg aus der Atomenergie würde deshalb das beste Szenario praktisch verunmöglichen. Denn einerseits würde der Import von Kohlestrom gefördert und andererseits wäre der schnelle Bau von Gaskraftwerken wohl unumgänglich. Sicher ist: Je früher unsere Kernkraftwerke abgeschaltet werden, desto schwieriger wird es, die Klimaziele zu erreichen.

Wem unsere Umwelt ein Anliegen ist, sagt am 27. November NEIN
Dass ausgerechnet Umweltverbände und grüne Politiker die Atomausstiegsinitiative unterstützen, ist daher bedenklich. Wem unsere Umwelt und der Kampf gegen den Klimawandel wirklich ein Anliegen ist, der kämpft mit uns für eine weltweit klimafreundlichere Energiepolitik und sagt am 27. November NEIN zur Atomausstiegsinitiative!

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