Stromschwemme hilft der Versorgungssicherheit nicht

Ein chaotischer und unnötiger Sofortausstieg setzt die Schweizer Versorgungssicherheit auf's Spiel. Der Ausblick der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom zum kommenden Winter sowie eine Analyse der Stromsituation Deutschland untermauern dies eindrücklich. Die Schweiz tut gut daran, ihre Autonomie auf dem Strommarkt nicht komplett aufzugeben.

Die Schweizer Stromversorgung ist zum Glück eine der sichersten der Welt. Es passieren nur wenige Stromausfälle. Auch besonders schwierige Situationen können gemeistert werden, so wie die Winterknappheit 2015/2016, als die Blöcke Beznau 1 und Beznau 2 nicht am Netz waren.

Bedeutet dies nun, dass die Schweizer Stromversorgung eine Selbstverständlichkeit ist? Brauchen wir die Kernkraftwerke gar nicht? Wäre es sogar besser, wenn die Werke, wie es die Atomausstiegsinitiative verlangt, frühzeitig abgestellt werden, damit sie nicht mehr ausfallen können? Nein, das wäre völlig vermessen und grobfahrlässig.

So gibt die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom in Ihrem letzten Newsletter vom 27. Oktober 2016 einen Ausblick auf die zu erwartenden Herausforderungen der Versorgungssituation im Winter 2016/2017:

Obwohl zeitweise eine "Stromschwemme" vorherrscht, gerät Deutschland durch den grossen Anteil nicht längerfristig vorhersehbarer Produktion teilweise in kritische Situationen. Dabei verlässt sich Deutschland darauf, dass die Nachbarländer zur Hilfe eilen und die Stromversorgung für die fehlerhafte Energiepolitik Deutschlands sicherstellen. Nach Polen und der Tschechischen Republik ist nun Österreich bereits das dritte Nachbarland, das den Stromhandel mit Deutschland begrenzen will, wie der Spiegel berichtet.

Dies könnte dazu führen, dass die Schweiz in Zukunft noch mehr Hilfe für Deutschland leisten muss, als sie es jetzt bereits tut. Beispielsweise sei hier die Situation in der Kalenderwoche 41 vom 10. Oktober 2016 bis 16. Oktober 2016 aufgezeigt (Quelle der Stromerzeugungsgrafiken: Energy Charts):

Vor diesem Hintergrund ist sorgfältig abzuwägen, ob man unnötig und planlos am eigenen System operiert, obwohl die Randbedingungen bereits eine grosse Herausforderung darstellen. Ein sofortiger und chaotischer Ausstieg aus der Kernenergie setzt die Schweizer Versorgungssicherheit auf's Spiel und macht uns unnötig abhängig vom ausländischen Strommarkt. Es braucht daher dringend ein NEIN zur Atomausstiegsinitiative am 27. November 2016.